Vorteil Vinyl:
Trotz aller Vorteile digitaler Medien ist das pure DJ Gefühl immer noch am besten zwischen zwei Tonarmen aufgehoben. Ein Plädoyer für den Plattenspieler.

Schnellstes und intuitives Mixen in Perfektion wird durch den direkten Kontakt mit der Platte ermöglicht. Der DJ bremst, beschleunigt und korrigiert direkt an der Platte, dem Laufwerk oder sogar an der Plattentellemabe, dem genauen Vor- und Zurückspulen stehen keine Knöpfe. Jog-Wheels und Shuttles im Wege. Exaktes Starten des Tracks ist so kein Problem mehr, da der DJ die Platte im Grunde genommen nur noch zum richtigen Zeitpunkt loslassen muss.

Der Vinylist System kann sehen, wo sich die Nadel gerade auf der Platte befindet; meistens ist sogar der Trackaufbau des Stückes durch die kontrastreiche Rillenfräsung zu erkennen. was dem Benutzer schnelles Mixing erlaubt, da die gewünschte Stelle im Stück bestenfalls gar nicht mehr vorgehört werden muss!

Durch seine manuelle Zugriffsmöglichkeit stehen dem DJ mit einem Plattenspieler auch die Türen zu weiteren Kunststücken offen: Backspinning (das schnelle Zurückziehen der Platte) und Scratching (Erzeugen von neuen Tönen durch rhythmisches Vor und Zurückziehen der Scheibe über einem Sound) sind hier die Stichworte.

FAQ:
 Welches System eignet sich besser zum Scratchen: Ein riemenangetriebener oder ein direktangetriebener Plattenspieler?

Ein direktangetriebener Plattenspieler eignet sich besser zum Erlernen und Ausbauen von Scratch Techniken, weil sein Antrieb in aller Regel kräftiger ist und schneller die volle Drehzahl erreicht Das ist notwendig, um gleichmäßige, gezielte Scratch Sounds erzielen. Die Direktantriebstechnologie einiger Player erlaubt heutzutage sogar, dass Start und oder Stopp Drehmoment selbst einzustellen und den Plattenteller rückwärts laufen zu lassen.

Mit riemenangetriebenen Plattenspielern ist Scratching jedoch prinzipiell auch möglich, es ist nur schwieriger, wenn der Motor nicht genug Power hat Zum Erlernen des komplizierten Scratching Systems raten wir aber allgemein von Riemen Playern ab, obwohl es auch sehr Kräftige gibt, die stärker sind als einige direkt angetriebene Turntables. Auf jeden Fall die preisgünstigere Variante und ideal für den Einstieg ins DJ-Mixing. Zudem ist der Motor nicht besonders störanfällig, da der Riemen einfach gewechselt werden kann. Für die Lernphase ist diese Antriebsversion absolut ausreichend. Und wer mit einem Riemenantrieb umgehen kann, wird mit einem Direktantrieb gar keine Probleme mehr haben.

Wie installiert man den Antriebsriemen bei einem riemenangetriebenen Player?

Im Gegensalz zu direkt angetriebenen Plattenspielern muss man bei der Inbetriebnahme eines Riemen Players nicht nur den Plattenteller auf die Spindel aufsetzen, sondern zuvor den Antriebsriemen mit der Antriebsnabe zu verbinden.

Der Riemen befindet sich immer auf der Unterseite des Plattentellers, aufgelegt auf einen Metallring. Man greift jetzt durch eines der Löcher im Teller und spannt den Riemen über einen Finger. Dann legt man den Plattenteller so auf die Spindel, dass man den Riemen über die Antriebsnabe (meist rechts, bzw. links oben von der Spindel) ziehen kann.

Wichtig dabei ist dass sich der Riemen nicht verdreht und glatt auf den Rachen aufliegt.

Das Tonarm 1 x 1:
Das wichtigste Bauteil eines Plattenspielers ist der Tonarm, seine Beschaffenheit und die korrekte Bedienung ist daher essentiell, damit der Turntable den Ansprüchen seines DJs gerecht wird.

Der Tonarm eines DJ-Plattenspielers ist immer mit einem Gegengewicht und einer Anti-Skating Schraube ausgerüstet, manchmal kommt ein Tonarmlift dazu.

Das Gegengewicht steuert den Auflagedruck des Tonabnehmers, der für HiFi-Gebrauch der Herstellerempfehlung der Nadel entsprechen sollte, für den wichtigeren DJ-Gebrauch jedoch möglichst hoch sein sollte. Dadurch wird die Rillenlage verbessert und die Nadel springt seltener beim Scratching, Backcueing und Backspinning. Ein höheres Gewicht erhöht jedoch auch den Vinyl und Nadelverschleiß; zudem kann sich das Klangbild etwas verschlechtern.

Die Anti-Skating Funktion sorgt dafür, dass die Zentrifugalkräfte, die besonders im DJ-Betrieb auf den Tonarm einwirken und drohen, die Nadel aus der Rille zu drücken, ausgeglichen werden. Für den reinen Hörgenuss sollte der Anti-Skating Wert der Grammzahl des Gegengewichts entsprechen. In der DJ-Praxis haben sich aber oft andere Werte bewährt, die ihr dann lieber selber austesten solltet.

Der Tonarmlift ermöglicht es. die gesamte Tonarmeinheit in der Höhe zu regulieren; hier kann der versierte DJ die optimale Einstellung für sein System finden, indem er die Einheit auf den gewünschten Abstand zwischen System und Platte (wenn der Tonarm mit 0 Gramm belastet ist) justiert.

Die Bauweise ist mit entscheidend für die Scratchtauglichkeit. Neben der herkömmlichen S-förmigen Bauweise wurden auch gerade Tonarmkonzepte entwickelt, die versprechen, die Nadel zuverlässiger in der Rille zu halten. Achtung: Nicht jeder Tonabnehmer kann mit geraden Tonarmen betrieben werden! Da der Tonarm das entscheidende Bauteil für das Rückkoppelungsverhalten ist gibt es neben der herkömmlichen Festmontierung mittlerweile auch alternative Techniken wie die Lagerung in einer Ölwanne.

Stand: Januar 2007

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