
Heute habe ich den djDJUSK mit Bürgerlichen Namen Christian Döbler vor die Flinte bekommen, sein Credo lautet “You don’t need the newest track, you just need an idea” und dieser junge Mann hat mir das Schreiben zum Vorwort für die “Einleitung zur Person” schon aus der Hand genommen, aber lest selbst!
djDIUSK: Ich bin mit der besten Frau der Welt verheiratet und habe 2 Kinder. Mein DJ-Alias entstand eigentlich durch einen Irrtum. Zu meinen Anfängen hatte ich mich mit der alten germanisch-römischen Geschichte beschäftigt. Diusk ist eine irrtümliche Abwandlung von “deusken”, was soviel heißt wie “die Leute/Menschen”. So nannten die alten Römer das Volk, dem sie begegneten als sie das erstemal über die Alpen, zum heutigen Deutschland kamen. Von daher stammt die Bezeichnung “deutsche”. Also schlicht “der Mensch”!
Ich zähle jugendliche 37 Lenzen und lebe in Berlin und zu meinen favorisierten Genres der elektronischen Musik zählen Trance und Hardtrance, aber auch immer mal Break-Beats, Techno-Electro und auch Industrial-Techno.
Meine ersten Experimente machte ich Mitte der 80er Jahre, indem ich Musikstücke auf einem Mix-Tape so aneinanderreihte das keine Pause zwischen den Liedern entstand. Anfang der 90er kam ich das erste Mal in Kontakt mit Turntables und Mixer, welche meine Begeisterung für das DJing in mir weckten. Gleichzeitig begann ja die erste euphorische “Techno-House”-Phase die mich sofort in ihren Bann zog. Nachdem ich nun einige Jahre mit provisorischem Equipment gearbeitet hatte, konnte ich ab 1995 ein komplettes DJ-Equipment mein eigen nennen und mich meinem kreativen Drang total hingeben. Dieses Jahr werde ich mich auch ans Produzieren wagen und meine ersten Tracks komponieren, die natürlich dann bei Linientreu.fmWeltpremiere feiern werden.
Ein paar meiner Mix-Werke kann man jeder Zeit bei Soundcloud und Mixcloudabrufen, um sich ein Bild über mein “werkeln” machen zu können. Aber wer wirklich wissen will was ich so an den Decks anstelle, sollte am besten bei Linientreu.fm vorbeihören. Gemeinsam mit einigen DJ’s betreiben wir dieses Web-Radio mit dem Ziel, die Web-Radio-Landschaft mit Underground-Sounds und individuellen DJ’s zu berreichern und eine Lücke zu schließen. Wir legen dabei besonderen Wert auf Individualismus. Die Vielfalt der elektronischen Tanzmusik möchten wir, unserem Publikum präsentieren und dadurch DJ’s eine Plattform bieten, dem tanzwütigen Volk ihren eigenen Style, ihren eigenen Sound und ihre Kreativität zu präsentieren.
Aber nun zu den 8 Fragen:
anb030: Wie lauten deine drei all time favorites Tracks?
anb030: Was ist dein momentanes Lieblings DJ-Set?
anb030: Hast du ein Vorbild aus der Techno-Szene und wie bist du zur elektronischen Tanzmusik gekommen?
djDIUSK: Zu meinen Idolen zählt, unter anderem, Westbam. Für mich, einer der ganz wenigen der den Fortschritt der Kultur in seiner Musik, als auch in seinen Sets pefektioniert und dabei nie die Wurzeln dieser Subkultur aus dem Auge verliert. Aber auch ein Sven Väth muß hier genannt werden. Da er für mich die Individualität in Person ist. Was er auf den Plattenteller wirft, traut sich kein Anderer zu. Seine Sets sind ein Feuerwerk von unterschiedlichen Genres die so, halt nur “Papa Väth” spielen kann. Auch als Produzent setzt er musikalische Akzente. Und nicht zu vergessen, wäre da auch noch Gary D. Ein fabelhafter DJ und Produzent. Der bei seinen Live-Sets in Sachen Hardtrance unübertroffen bleibt. Auch zu dieser Frage könnte ich hier noch eine ganze Liste runterrattern, weil es einfach eine Menge Künstler gibt, die mich inspiriert haben.Zur elektronischen Tanzmusik bin ich eigentlich gar nicht gekommen, ich bin mit ihr gewachsen. Angefangen hatte es Ende der 70er (Ich war 5 oder 6 Jahre alt). Eine Band namens “Tangerine Dream”, die damals schon aus kleiderschrankgrossen Synthysisern Klänge hervorbrachten, die mich einfach faszinierten. Heute würd ich sie die Vorreiter des “Goa-Trance” bezeichnen. Damals schon beeindruckte mich diese melodiöse, gesanglose Musik die schon sehr psychodelisch war. So richtig Knall gemacht hat es dann Anfang der 80er mit Depeche Mode, Softcell und Front 242. Musik, die mich absolut vom Hocker gehauen hat und wohl den größten Teil meiner Begeisterung trug.
anb030: Was denkst du über die Zukunft von Techno in all seinen Facetten, nachdem immer mehr bekannte Produkte aus der Szene wie z.B. die Raveline verschwinden?
anb030: Welches Technoide-Event war für dich prägend oder gehört zu deinen Favoriten?
djDIUSK: Geprägt hat mich auf jeden Fall die erste Mayday. Damals noch in der Halle Weißensee (Berlin). Die erste Mayday war ja nicht einfach nur ein Rave. In erster Linie war es Protest. Der damalige Ex-DDR-Radiosender DT64 stand vor dem Ende und die heutigen Weltstars wie Westbam, Marusha und DJ Dick waren Vorreiter diese Protestes. Bei diesem Protest wurde mir klar, das in dieser Musik mehr drin ist, als nur Tanzerei und Substanzen-Konsum. Es war damals zu spüren, das hier etwas enorm Großes heranwächst, dessen Ausmaße damals für alle unvorstellbar war. Das Gleiche kann man auch von der LoveParade behaupten, die ja anfänglich nichts weiteres war wie ein Aufruf junger Menschen, die zeigen wollten: “Hier sind wir. Wir sehen vielleicht etwas anders aus als ihr, aber HEY feiert einfach mit uns mit”.Aber die pure Revolution hat man bei den sogenannten “illegalen Raves” erlebt. Sie bilden für mich den Inbegriff der Bewegung. Ob im Bunker (Berlin) oder halt die kleinen Raves, von denen man nur per Mundpropaganda erfahren hatte. Dort spürte man den Spirit dieser Zeit. Wer den Weg zu solchen “illegalen Raves” fand, der war auch einer der etwas auf seine Art und Weise bewegen wollte.
anb030: Welcher Techno-Club und welcher Ort zum Chillen in deiner Stadt ist zu empfehlen?
anb030: Was war dein letztes DJ-Spielzeug was du dir zugelegt hast?
anb030: Und die letzte Frage, wo oder wie kann man dich zur Zeit erleben?
Hurra es gibt noch gleichgesinnte.
cooles interview.danke hat spass gemacht zu lesen