Titelbild: Zu sehen ist eine junge Frau mit dunklen, langen Haaren und AirPods in den Ohren, die gerade eine Sehenswürdigkeit bei einer Stadtführung besucht.

In diesem Beitrag möchte ich zwei Funktionen der AirPods genauer unter die Lupe nehmen, die den Alltag unterwegs spürbar erleichtern können. Die „Personalisierte Lautstärke“ und die „Live-Übersetzung“. Die erste Funktion sorgt dafür, dass die Lautstärke bei vorbeifahrenden lauten Straßenbahnen nicht mehr manuell nachgeregelt werden muss. Die zweite Funktion hilft dabei, gesprochene Fremdsprachen direkt über die Ohrhörer zu verstehen. Wenn ich mir diese Features ansehe, muss ich unwillkürlich an meine ersten AirPods der zweiten Generation denken, die ich mir im April 2019 gekauft habe. Damals war der verbaute H1-Chip reine Magie, weil das schnelle Koppeln und die einfache Musikwiedergabe schlicht funktionierten. Vergleicht man das mit dem, was die heutigen Modelle mit dem H2-Chip leisten – von maschinellem Lernen zur Lärmanalyse bis hin zu Echtzeit-Übersetzungen, wird erst richtig deutlich, wie stark sich die Technik in den letzten Jahren weiterentwickelt hat.

Ich schweife mal kurz ab und komme auf die Voraussetzungen zu sprechen

Zunächst geht es aber etwas ausführlicher weiter, bevor die beiden Funktionen selbst an der Reihe sind. Beide oben genannten Funktionen setzen den H2-Chip voraus. Das bedeutet: Basis-AirPods 4 aus dem Jahr 2024 oder neuer, AirPods Pro 2 aus dem Jahr 2022 oder neuer und AirPods Max 2 aus dem Jahr 2026. Ältere Modelle mit H1-Chip bleiben hier leider außen vor.

Bei den Basis-AirPods mit H2-Chip bleibt Apple seinem offenen Design, dem sogenannten Open-Fit ohne Silikontipps, treu. In diesem Jahr stand Apple allerdings unter Druck, da andere Hersteller inzwischen günstigere Kopfhörer mit überzeugendem Klang anbieten. Die AirPods 4 konnten da bislang nicht ganz mithalten. Mit den gerade vorgestellten AirPods 5 von 2026 zieht Apple nach und stattet nun auch dieses günstigere Modell in beiden Varianten mit aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) aus. Wer zusätzlich die Lautstärkewippe im Stil der Pro-Modelle haben möchte, muss allerdings zur Variante mit kabellosem Qi-Ladecase greifen. Und noch etwas fällt positiv auf: Im Gegensatz zu manch anderem Tech-Produkten gibt es bei den AirPods keine Speicherkrise – und entsprechend auch keine Preiserhöhung.

Die Pro-AirPods mit H2-Chip setzen dagegen auf ein geschlossenes In-Ear-Design mit Silikontipps, die den Gehörgang abdichten. Seit der zweiten Pro-Generation verfügen sie über Alleinstellungsmerkmale in Form von Hörgesundheits-Funktionen gegenüber den Basis-Modellen: einen klinischen Hörtest, eine Hörgerät-Funktion, Gehörschutz und die Medien-Assistenz. Wer diese Funktionen nutzen möchte, kommt um den Sprung ins Pro-Segment nicht herum – und muss dafür auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

Die personalisierte Lautstärke

Wer unterwegs Podcasts oder Musik hört, kennt das Problem: Man biegt um die Ecke und plötzlich rattert eine Straßenbahn oder ein Müllfahrzeug vorbei – und man versteht kaum noch was. So greift man ständig zum Smartphone oder fummelt an den Ohrstöpseln herum, um die Lautstärke manuell anzupassen. Ich liebe dieses Feature! ☻ Mit den oben genannten AirPods gehört dieses ständige Nachregeln der Vergangenheit an.

Dafür ist das Feature „Personalisierte Lautstärke“ verantwortlich. Mithilfe von maschinellem Lernen und den verbauten Mikrofonen analysieren die AirPods deine Umgebung kontinuierlich. Fährt bspw. ein lauter Rettungswagen an dir vorbei, erkennt das System die Geräuschkulisse augenblicklich und erhöht die Lautstärke deines Podcasts zeitnah und sanft. Ist die Situation vorbei und die Umgebung wieder ruhig, regeln die Ohrhörer die Lautstärke ganz automatisch wieder auf dein gewohntes Niveau herunter. Das Ergebnis ist ein völlig nahtloses Hörerlebnis, bei dem du dich entspannt zurücklehnen kannst, ohne die Lautstärke auch nur einmal von Hand verändern zu müssen. Das Feature lässt sich aktivieren unter …

Einstellungen-App > [AirPods von …] > Audio & Routing > Personalisierte Lautstärke

Die Live Übersetzung

Das Feature ist zwar nicht mehr ganz so neu – es kam bereits mit iOS 26.2 nach Europa und somit auch nach Deutschland. Um die Live-Übersetzung zu nutzen, benötigt man neben den oben genannten AirPods ein kompatibles iPhone. Das klappt ab dem iPhone 15 Pro und neueren Modellen. Zudem muss Apple Intelligence in der Einstellungen-App unter „Apple Intelligence & Siri“ aktiviert sein. Erfüllt ihr diese Voraussetzungen? Dann könnte dieses Feature für euren nächsten Urlaub eventuell hilfreich sein. ☻

Im Betrieb überträgt das iPhone das Gesprochene des Gegenübers direkt auf die Ohrhörer. Wenn beide Personen passende AirPods und iPhones nutzen, läuft das Gespräch komplett und zeitnah über die Ohrhörer. Wenn nur eine Person AirPods trägt, wird die Übersetzung etwas zeitverzögert ebenfalls ins Ohr übertragen und zusätzlich auf dem Bildschirm angezeigt. Auf Wunsch kann auch die eigene Antwort laut vorgelesen werden. In der Praxis stoßen KI-Übersetzungen allerdings gelegentlich an ihre Grenzen. Bei hohem Sprechtempo oder Nebengeräuschen kommt es aktuell noch zu Verzögerungen oder Fehlern. Ein etwas langsameres Sprechen hilft hier meistens schon weiter. Wenn Gerät und iOS-Version stimmen, ist die Funktion eine brauchbare Hilfe im Alltag.

Damit die Übersetzung auch ohne Internetverbindung funktioniert, müssen die benötigten Sprachpakete vorab heruntergeladen werden. Die „Live Übersetzen“ Funktion kann anschließend wahlweise über das Live-Symbol unten rechts in der Apple-eigenen Übersetzer-App oder durch zeitgleiches Gedrückthalten beider AirPods-Stiele gestartet werden. Dazu verbindet ihr die AirPods mit eurem iPhone …

… wählt diese in der Einstellungen-App unter [AirPods von …] aus -> tippt auf „Live-Übersetzung“ -> und ladet die gewünschten Sprachen herunter.

Mein Tipp zum Testen: Schaut euch am heimischen TV-Gerät oder am Computer ein anderssprachiges YouTube-Video mit Untertiteln (zum vergleichen) in eurer Muttersprache an. Legt euer iPhone vor das Wiedergabegerät, stellt die Lautstärke passend ein und hört euch nun die Übersetzung der Konversation Live in euren AirPods an.


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André K. ist der Autor dieses Blogartikels.

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